Anregende Gedanken zum Zeitgeschehen

VRIL: Bei uns gibt es ein Volk
„Bei uns gibt es ein Volk“, sagt sie, „das zwar an Zivilisation unter den Vrilya steht, jedoch unter den wilden Barbaren das mächtigste ist und seine Regierungsform für die beste politische Errungenschaft menschlicher Weisheit hält, die von den anderen Nationen unbedingt nachgeahmt werden müsse. Diese Staatsform nenn man „Koom-Posh“, es ist die Regierungsform der Unwissenden, nach dem kindlichen Prinzipe gedacht, dass im Staate die Mehrheit regieren, müsse. Diese Staatsidee sieht das Heil darin, dass natürlich eine jede Partei um die Mehrheit wetteifert, was natürlich nur zu einem Dauerzustand übelster Leidenschaft führt – Kampf um den Vorrang an Macht, an Erlangung der Staatsgelder oder um Volksgunst und andere Dinge von solcher Art. Es ist scheußlich zu sehen, wie bei dieser Staatsform die Rivalität der Parteien dahin führt, dass der eine den anderen beschimpft, verleumdet, betrügt, und wie sich selbst noch die besten und harmlosesten dieser Parteimenschen gegenseitig ohne Gewissenbisse oder Scham niederkämpfen. „

„Vor einigen Jahren, sagt Aph-Lin, besuchte ich ein derartiges Volk, aber ihr Elend und ihre Würdelosigkeit wurde mir nur noch widerlicher dadurch, dass sie ständig davon redeten, wie herrlich weit sie es doch gebracht hätten und sich mit phrasenhaftem Wortschwall als eine glorreiche Nation gegenüber den anderen Völkern betitelten. Und leider gibt es keinerlei Hoffnung, dieses Volk, das übrigens recht dem Ihrigen gleicht, je zu bessern, da die ganze Psychologie dieser Menschen in solcher Richtung sich abwärts entwickelt. Eine ihrer Begierden besteht beispielsweise darin, ihr Gebiet nur um jeden Preis zu vergrößern, was ja mit der fundamentalen Wahrheit in Widersprich steht, dass jede Gemeinschaft nur bis zu einem organisch gegebenen Höchstmaß an Umfang noch lebensfähig ist. Und je mehr sie ein Staatssystem ausbauen, in dem einzelne Demagogen sich nur durch hitzige Kämpfe und geschwollenen Worte an der Spitze von Millionenmassen erhalten, desto mehr brüsten sie sich gar: Da seht ihr, durch welche ausnehmend glänzenden Vertreter einer im Verhältnis so kleinen Nation wir die Richtigkeit unseres politischen Systems beweisen!“

„In der Tat“ sagte Zee abschließend, „wenn die Weisheit des menschlichen Lebens doch wohl darin besteht, dieses irdische Leben nach den Anforderungen geistiger Welten soviel als eben möglich zu regeln, wie es unsere Anschauung sagt, dann gibt es kaum eine falschere staatliche Ordnung als diejenige, welche die Fortdauer ewiger Parteikämpfe und Streitereien unter den Sterblichen systematisch noch fördert. Auch verstehe ich nicht, wie durch Glaubensbekenntnisse, die solche Zustände zulassen, man sich für jene Zeit vorbereiten will, die man in der Unsterblichkeit dann zu verbringen beansprucht. Im Gegenteil, Menschen, die ihre irdische Zeit mit so aller Göttlichkeit feindlichen Dingen verbringen, werden für das wahre Wesen der Göttlichkeit später niemals Verständnis finden und sich gewisslich noch sehnen, zurückkehren zu dürfen in die Welt der parteiischen Kämpfe.“

VRIL – oder Eine Menschheit der Zukunft
Edward Bulwer-Lytton, veröffentlicht: 1871
Übersetzung: Guenther Wachsmuth
Rudolf Geering Verlag, Goetheanum, Dornach/Schweiz, 7.Auflage 2010
ISBN 978-3-7235-0023-1
Seite 72: Bei uns gibt es ein Volk

Gegenkraft
»Die (zweite) Gegenkraft ist der fanatische Islam, der momentan eine Renaissance erlebt. Von Südosten her droht eine Eroberung Europas durch den fanatischer moslemischer Gruppen. Es handelt sich hier um eine rein ideologische Auseinandersetzung, die in den kommenden Jahrzehnten eskalieren kann. (…) (Wir) stehen auch da in einem Geisteskampf, der nur durch eine christliche Kultur des Herzens gewonnen werden kann, wie es bereits einige Male im Lauf der letzten dreizehnhundert Jahre der Fall war.«
Rudolf Steiner

Bernard Lievegoed: Eine Kultur des Herzens
Vorträge, Essays und Interviews (Praxis Anthroposophie)
Verlag Freies Geistesleben, 2. Auflage
ISBN-13: 978-3772512308

Mythologische Antwort auf die Entstehung zentralistischer Staatsstrukturen

Seite 58: Der Unterschied
„Ich hoffe, sie begreife den Unterschied: Wir haben hier zum ersten Mal überhaupt ein System, das nicht auf Vertrauen basiert.“ Satoshi Nakamotos Erfindung ermöglichte es, „Online-Zahlungen direkt von einer zur anderen Partei zu senden, ohne über eine finanzielle Institution zu gehen.“ Geld war dezentral geworden – eine ungeheuerliche, weltverändernde Idee.

Seite 59/60: Dezentraler Widerstand, eine Art Guerilla
Es ist schwer, sich ein dezentrales Zahlungssystem vorzustellen. Kann es eine Firma, oder Organisation ohne Kopf und zentrale geben? Seit Beginn der Zeit kann man Geld zwar „bar“ – als Münze oder als Muschel – von Person zu Person übergeben, ohne eine zentrale Autorität zu benötigen. Sobald man jedoch den Raum der physischen Kopräsenz verlässt und Geld als Schein, Scheck oder Überweisung versendet, benötigt man einen Mittelsmann. Dieser wird dann zum Zentrum der Transaktionen.

Aber geht es nicht auch ohne Zentrum? Schließlich ist die Idee, Dinge dezentral zu organisieren, uralt. Wer kennt nicht die Hydra mit ihren immer wieder nachwachsenden Köpfen? Vielleicht ist sie eine mythologische Antwort auf die Entstehung zentralistischer Staatsstrukturen im antiken Griechenland. Denn seit es zentrale Herrscher gibt, die von ihrem Palast aus das Umland dominieren, gibt es auch dezentralen Widerstand, eine Art Guerilla.

Bitcoin – Die verrückte Geschichte vom Aufstieg eines neuen Geldes
Christoph Bergmann
MOBY Verlagshaus, 1. Auflage 2018
ISBN: 978-3-9819886-0-4